15 Jahre CTR – Das Bessere ist der Feind des Guten


‘Wir wurden getragen von einer mächtigen Welle von Optimismus und Tatkraft.’ Horst Cordier blickt gerne zurück auf den 1. Juni 1990 – dem ersten Tag der Produktion der am gleichen Tage gegründeten CTR-Fahrzeuge GmbH. Heute, nach 15 Jahren, ist CTR führender Hersteller von Getränkeausschankfahrzeugen. Optimismus und Tatkraft sind noch so frisch wie vor 15 Jahren. ‘Die Zeit ist zwar schwieriger geworden, wir befinden uns jedoch weiter im Aufwind’, fasst der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens die aktuelle Situation zufrieden zusammen. Mitbegründer der CTR-Fahrzeuge GmbH ist Dipl. Ing. R. E. Orten.
Der Betrieb lief gut an. Bestellungen aus dem Handel lagen vor vom GFGH Freddy Braun, Blieskastel und Chr. Heinz&Söhne, Speicher, Bitburger und Karlsberg. Das waren die ersten Brauerei-Kunden. Sie sind auch heute noch CTR-Kunden.
Zunächst waren die Produktionsbedingungen noch recht bescheiden. Lediglich zwei Hallen von je 200 qm in der ehemaligen Dorfschmiede von Wehlen standen zur Verfügung. Gleichwohl, am Jahresende waren 40 Fahrzeuge ausgeliefert worden. Heute exportiert CTR an den Getränkefachhandel und Brauereien in nahezu alle europäische Ländern. In diesem Jahr wird der Umsatz einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen.
‘Nur höchste Qualität’, war CTR-Prämisse vom Start weg – keine leere Floskel, was sich in rasant steigenden Aufträgen niederschlug. Recht bald lieferte CTR an Elbtal-Getränke, Mühlbach bei Dresden, die Feldschlösschen Brauerei Dresden und an die Radeberger Brauerei. Im zweiten Jahr des Bestehens verließen bereits 100 Ausschankfahrzeuge das kleine CTR-Werk an der Mosel.
Das junge Unternehmen CTR wuchs stetig. So wurde 1992 ein weit in die Zukunft reichender Schritt getan: der Erwerb von 38.000 qm Betriebsgelände mit 9.500 qm überdachten Geschäfts- und Produktionsräumen am Rosenberg in Osann-Monzel – heute noch gerade ausreichend für die reibungs-lose Fertigung.
Nach der Erweiterung des Marktes im Osten gründete die CTR Betriebe in Ungarn und Slowakei. Mit CTR-Know How wird dort für den osteuropäischen Markt produziert.
Jedes Jahr eine Neuentwicklung
Das Lieferprogramm umfasste neben den damals üblichen rechteckigen Ausschankfahrzeugen schon Modelle mit langer, achteckiger Thekenform – Eigenentwicklungen, versteht sich. Jedes Fahrzeug war ein Unikat, in dem die individuellen Wünsche der Kunden umgesetzt wurden, so weit dies technisch möglich war.
Der Innovationszyklus bei CTR ist extrem kurz. Denn ‘der Schnellere überholt den Langsamen’ und ‘Das Bessere ist der Feind des Guten’, lauten zwei eingängige Leitsätze des Unternehmens. Daraus resultiert ‘Jedes Jahr mindestens ein neues Modell’ als Zielvorstellung. Sie wurde bislang erreicht. CTR blickt schon auf knapp 20 Grundmodelle eigener Entwicklung zurück, in Ausführungen mit und ohne Kühlhaus und in allen üblichen Achskonfigurationen. Premiere feierten in diesem Jahr der nur 2,5 m messenden ‘Alexander’ und der mächtige ‘Open Air’ mit Schirmkonstruktion und Spezialtiefrahmen-Absenkfahrgestell. Die kommenden Modelle sind bereits projektiert.
Ihre bis ins Detail durchdachte Konstruktion erlaubt das flexible Maßschneidern für nahezu jeden Kundenwunsch. Die technische Kreativität dokumentiert sich zudem in insgesamt 25 Patenten und geschützten Gebrauchsmustern. ‘Wir sprechen nicht von Problemen, sondern von Lösungen’, so Horst Cordier.
Genügte vor 15 Jahren noch zwei Neonröhren zur Beleuchtung, allenfalls mit transparenter Firmenreklame verkleidet, gehört zum heutigen CTR-Standard eine aufwändige Illumination, teils elektronisch gesteuertes Lichtspiel mit allen Regenbogenfarben. Und längst ist das Flachdach über dem Schankraum auffallenden transparenten, indirekt beleuchteten Rundbogen oder Pyramiden gewichen. Auch modernste LED-Technik fließt in die CTR-Fahrzeuge ein.
Unter dem Aufbau ging der Fortschritt ebenfalls unaufhörlich weiter. Zum bestmöglichen Schutz gegen Korrosion sind die Stahlrahmen serienmäßig feuerverzinkt. Hydraulische Absenkung ist Option für alle Chassismaße und Achskonfigurationen.
Innovative Entwürfe auf dem Bierdeckel
Intensive Marktbeobachtung, regelmäßige Analyse der Konsumgewohnheiten in der Freiluftgastronomie sowie ständiger Kontakt mit dem GFGH, den Brauereien und Festveranstaltern lassen CTR aufkommende Trends schon frühzeitig erkennen. Anregungen aus Kundenkreise sind für CTR besonders wertvoll. ‘Sie möglichst 1:1 umzusetzen, ist jedes Mal eine neue Herausforderung, die unseren Ehr-geiz besonders anspornt’, sagt Horst Cordier.
Alle CTR-Fahrzeuge zeigen die kreative Handschrift Horst Cordiers. Zündende Impulse bekommt er nach eigenem Bekunden ‘abends bei einem Glas Bier in einer gemütlichen Kneipe.’ Dort lässt er das Ambiente auf sich einwirken, beobachtet die Effizienz des Service und transformiert die Eindrücke gedanklich in Ausschankfahrzeuge. Auf Bierdeckeln entstehen erste Skizzen, werden Notizen ge-macht, die am nächsten Morgen im Computer Form und Gestalt annehmen. 1998 wurde CTR mit dem mit 100.000 DM dotierten Innovationspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Längst werden Ausschankfahrzeuge nicht nur für den Bierverkauf hergestellt. Als sich vor vier Jahren der Trend zu AfG und Wellnesgetränken andeutete, lieferte CTR bereits ein entsprechend konzipier-tes Fahrzeug an die Auricher Süßmost.
Eine neue Zielgruppe hat CTR in den Winzergenossenschaften entdeckt und erste Fahrzeuge bereits in einer Messe Mitte April in Bad Dürkheim erfolgreich vorgestellt. ‘Für eine stilvolle Weinpräsentation sind auch dementsprechende Ausschankfahrzeuge notwendig’, so Cordier.
Täglich 100 % Kundenzufriedenheit
Die Basis des Unternehmenserfolgs ist vielschichtig. Horst Cordier: ‘Immer bestmögliche Qualität, stets höchste Zuverlässigkeit und permanent fließende Kreativität.’ Firmenphilosophie ist tägliche 100%ige Kundezufriedenheit. Dies wird bei CTR mit entsprechend hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitern auf allen Ebenen umgesetzt.
Mit flexibler Arbeitszeitregelung, außertariflichen Sozialleistungen und übertariflichem Lohn hält Cordier die Personalfluktuation niedrig. Zahlreiche der insgesamt 100 Mitarbeiter gehören dem Betrieb bereits seit 10 und mehr Jahren an. Kurt Pazen und Andreas Zeiler sind sogar Männer der ersten CTR-Stunde.
Ausbildung von Facharbeitern stand stets im Fokus der Geschäftsführung. ‘Wenn wir heute nicht ausbilden, fehlen uns morgen die Fachkräfte und unsere Existenz ist gefährdet’, warnt Cordier eindring-lich. CTR stellt in diesem Jahr 15 Auszubildende ein.
Zeugnisse spielen bei der Einstellung nicht die entscheidende Rolle. ‘Egal woher er kommt, jeder Jugendliche mit Leistungsbereitschaft soll eine Chance bekommen’, sagt Cordier. Der Erfolg gibt ihm Recht. Bislang haben alle CTR-Azubis ihre Facharbeiterprüfungen bestanden, vor wenigen Jahren stellte CTR sogar einen Landessieger. Ausgebildet wird in den Berufen Karosseriebauer, Lackierer und Kaufmann/frau.
Wünsche
Der Wettbewerb bereitet CTR leine Zukunftssorgen. ‘Dämpfer bekommen wir immer wieder durch die Fülle von Vorschriften’, so Horst Cordier. Er wünscht sich ‘schnellere Entscheidungen und flexiblere Entscheider in den Verwaltungen, damit in unserem Land wieder effizienter gearbeitet werden kann.’
Und mehr Steuergerechtigkeit müsse eingeführt werden. ‘Es darf nicht sein, dass der deutsche Mittelstand für das Steueraufkommen im Land sorgt, während Weltkonzerne nahezu steuerfrei ihre Gewinne verschieben.’ Als Weg aus der Konsumflaute sieht der CTR-Geschäftsführer Abgabenentlas-tung der Arbeitnehmer auf breiter Basis, ‘um den Binnenmarkt zu beleben und der persönliche Konsum wieder ansteigen kann.’

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